Geflügelpest breitet sich in Bayern aus - Landratsamt erlässt Allgemeinverfügung

10.12.2021

Experten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gehen auf Basis einer aktuellen Risikoeinschätzung davon aus, dass sich die hochpathogene Geflügelpest in Bayern ausbreitet. So häufen sich die Fälle bei Wildvögeln und auch in einem Hausgeflügelbestand in Bayern wurde das Virus bereits nachgewiesen.  

Die Krankheit äußert sich bei Hühnervögeln u.a. in Leistungsabfall, Apathie, Atemnot, Schwellungen der Kopfregion, Durchfall und einer erhöhten Sterblichkeit (bis 100 %). Oft sterben die Tiere auch völlig unerwartet. Infizierte Wasservögel zeigen häufig keinerlei  Anzeichen, übertragen die Krankheit aber auf andere  Geflügelarten. Für wildlebendes Wassergeflügel gilt daher striktes Fütterungsverbot. Beim Auftreten von ungeklärten Krankheits- und Todesfällen in  Hausgeflügelbeständen sowie beim Fund von mehr als einzelnen toten Wildvögeln (insbesondere Wasservögel) ist das Veterinäramt telefonisch unter 09353/ 793- 1814 zu verständigen. Das Virus ist nach jetzigem Kenntnisstand für den Menschen ungefährlich. Trotzdem sollte der Kontakt zu toten Vögeln unterbleiben. 

Landratsamt erlässt Allgemeinverfügung  
Anhand der Risikobewertung des LGL hat das Landratsamt Main-Spessart eine Allgemeinverfügung erlassen, in der verschiedene Biosicherheitsmaßnahmen für 
Geflügelhaltungen im gesamten Landkreis angeordnet werden. Diese Verfügung mit allen vorbeugenden Maßnahmen zum Schutz aller Hausgeflügelbestände richtet sich auch an Hobbytierhaltungen. Die Allgemeinverfügung wurde im Amtsblatt des Landkreises Main-Spessart vom 9. Dezember amtlich bekanntgegeben.

Das Veterinäramt weist noch einmal darauf hin, dass alle Halter von Hühnern, Truthühnern, Perlhühnern, Rebhühnern, Fasanen, Laufvögeln, Wachteln, Enten und Gänsen, verpflichtet sind, die Haltung beim Veterinäramt Main-Spessart unter Angabe der erforderlichen Daten anzuzeigen (Name, Anschrift des Halters, Art und Anzahl des im Jahresdurchschnitts gehaltenen Geflügels, Nutzungsart und Standort der Tiere, Betriebsnummer).  

Welche Sicherheitsmaßnahmen sind erforderlich  
Auch für kleine Geflügelhaltungen bis 1000 Stück gelten ab sofort zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung der Tierseuche. So müssen Tierhalter die Ein- und Ausgänge zu den Ställen und sonstigen Standorten gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren sichern. Betriebsfremden Personen dürfen Ställe und sonstige Standorte mit Geflügel nur nach Anlegen von betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten. Die Schutzkleidung muss danach unverzüglich wieder abgelegt, gereinigt und desinfiziert oder beseitigt werden. Geflügelhalter müssen eine Möglichkeit zum 
Waschen der Hände und zur Desinfektion der Schuhe bereithalten. 

Geflügelmärkte und –ausstellungen sind verboten. Für den gewerbsmäßigen Handel mit Geflügel sind spezielle Untersuchungspflichten zu beachten. 

Das Veterinäramt Karlstadt betont, dass beim Verzehr von Geflügelfleisch unter Einhaltung der üblichen Hygienemaßnahmen für den Verbraucher keine Gefahr besteht.