„Bindung (er) leben in Kita und Schule“ Fachtagung vom Landratsamt Main-Spessart in Kooperation mit dem Bezirkskrankenhaus

Die Basis für psychische Gesundheit und Charakterbildung entsteht bereits im frühkindlichen Alter. Schon das Neugeborene verspürt das Bedürfnis nach einer Bindung an seine Eltern oder andere Bezugspersonen. Eine stabile gute Bindung bietet einen sicheren Hafen, aus dem heraus das Kind Entdeckerfreude und Lernen entwickeln kann. Voraussetzung für eine sichere Bindung ist, dass sich die jeweilige Bindungsperson dem Kind gegenüber feinfühlig verhält. Dies bedeutet, dass sie die kindlichen Verhaltensweisen wahrnimmt, die Signale des Kindes richtig interpretiert und angemessen auf die Bedürfnisse des Kindes reagiert.

Was in der Theorie einfach klingt, ist es in der Praxis nicht immer. Das Verhalten von Kindern, gerade in Stresssituationen, ist nicht immer leicht zu deuten. Die Fachtagung „Bindung (er) leben in Kita und Schule" möchte Eltern und Fachpersonal in der Kinderbetreuung Hilfestellung geben typische Verhaltensmuster zu erkennen und einzuordnen. Dies ist gerade in Kita und Schule Voraussetzung für ein professionelles Miteinander. Erst dann kann jedes einzelne Kind individuell in seiner gesunden Entwicklung unterstützt werden.

Für den einleitenden Vortrag der Tagung wurde der Leiter der Familienberatungsstelle in Köln, Thomas Köhler-Saretzki gewonnen. Er hat sich mit dem Bilderbuch für Erwachsene „Wo ist Wilma?" einen Namen gemacht. Die beliebte Erzieherin Wilma ist nicht mehr in der Kita. Ganz unterschiedlich gehen die betroffenen Kinder mit dieser Situation um. Wie Bindung gelingt und manchmal auch misslingt, welche Bindungsstile man unterscheidet und wo die Ursachen für diese Unterschiede liegen, wird er in seinem Vortrag erläutern.

Dominikus Bönsch, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses geht anschließend auf die Vererbung von Bindungsmustern und deren Zusammenhang mit psychiatrischen Erkrankungen ein. Aus der Praxis der Konflikt-Mediation berichtet Ottmar Braunwarth von der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder des Landkreises. Nach der Pause ist eine offene Diskussion mit den beteiligten Fachstellen geplant. Die Tagung endet gegen 17.00 Uhr.

Die Fachtagung richtet sich an Fachpersonal aus Pädagogik, Psychologie und Medizin. Ebenso eingeladen sind Interessierte „in eigener Sache".

Die Veranstaltung, die am 7. November um 13.30 Uhr im Festsaal des Bezirkskrankenhauses in Lohr beginnt, ist kostenfrei, um Anmeldung wird gebeten:
E-Mail: baerbel.stiehler@bezirkskrankenhaus-lohr.de 
Telefon: 09352 503-30001

Die Vererbung von Bindungsmustern von Prof. Dominikus BönschDie Vererbung von Bindungsmustern von Prof. Dominikus Bönsch, 1966 KB
Bindung (er) leben in Kita und Schule von Herrn Dr. Köhler-SaretzkiBindung (er) leben in Kita und Schule von Herrn Dr. Köhler-Saretzki, 2584 KB
Bindung und Trennung von Diplom-Psychologe Ottmar BraunwarthBindung und Trennung von Diplom-Psychologe Ottmar Braunwarth, 1872 KB