Aufruf zur Impfregistrierung an Personen der Priorisierungsgruppe 2

25.02.2021
Das Landratsamt bittet aktuell Personen, die jünger sind als 65 Jahre und der Priorisierungsgruppe 2 nach der Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums angehören, sich für eine Impfung registrieren zu lassen. Obwohl noch viele Menschen über 80 Jahre auf ihre Erstimpfung warten, werden nun auch Menschen geimpft, die der Priorität zwei zugeordnet sind. Der Grund dafür ist, dass auch unser Impfzentrum in der Spessarttorhalle in Lohr seit der vergangenen Woche mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca beliefert wird. Mit diesem Impfstoff dürfen zumindest momentan aber nur Personen unter 65 Jahren geimpft werden.  

Um aber auch diesen Impfstoff möglichst schnell zu verimpfen, können nun auch schon Personen der nachfolgenden Priorisierungsgruppe berücksichtigt werden (sofern sie jünger als 65 Jahren sind). Dies ist insbesondere auch für Grundschul- und Förderlehrer*innen sowie Erzieher*innen interessant, da diese mit der gestrigen Änderung der Corona-Impfverordnung nun ebenfalls in die Priorisierungsgruppe 2 fallen.  

Zur Priorisierungsgruppe 2 gehören darüber hinaus z.B. Personen, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, aber auch Personen, die in medizinischen Einrichtungen oder in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung (z.B. Polizei- und Ordnungskräfte) einem hohen oder erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Auch etwa enge Kontaktpersonen von einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person können in diese Priorisierung fallen. Eine vollständige Auflistung, welche Personen zur Priorisierungsgruppe 2 gehören, finden Sie in der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums. 

Selbstverständlich werden alle eintreffenden Impfdosen der Hersteller BioNTech Pfizer und Moderna nach wie vor zeitnah an die hochbetagten Bürgerinnen und Bürger verimpft. Sollte es bei der bisherigen wöchentlich gelieferten Menge dieser Impfstoffe bleiben, werden voraussichtlich alle registrierten Personen der Priorisierungsgruppe 1 in drei bis vier Wochen ihre Erstimpfung erhalten haben. 

Bislang haben sich von den rund 126.000 Landkreisbewohnern, 23.000 registriert. Voraussetzung für die Vergabe eines Impftermins ist immer eine vorherige Registrierung. Dies sollte unbedingt vorrangig über das Online-Portal www.impfzentren.bayern vorgenommen werden. Sollte dies nicht möglich sein, kann eine Registrierung in absoluten Ausnahmefällen auch über die Hotline unseres Impfzentrums erfolgen. Die Hotline ist von Montag – Freitag von 8 bis 16 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 - 14 Uhr unter 0 93 53 / 793-15 55 erreichbar. Bitte beachten Sie: Für die korrekte Zuordnung zur jeweiligen Priorisierungsgruppe ist es wichtig, möglichst konkrete Angaben zur beruflichen Tätigkeit oder eventuelle Vorerkrankungen zu machen.  

Bitte bringen Sie zu Ihrem Impftermin dann die Nachweise (Arbeitgeber-Bescheinigung, ärztliches Attest der Risikogruppe, etc.) mit. Ohne Vorlage dieser Nachweise kann keine Impfung erfolgen.  

Sollte sich die Priorisierung ändern, wird dies bei bereits erfolgten Registrierungen automatisch vom System berücksichtigt. 

Landrätin Sabine Sitter: „Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis, die seitens des Impfzentrums ein Impfangebot erhalten, eindringlich darum, dieses auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen. Mit einer Impfung verringert sich das Risiko, das Corona-Virus weiterzugeben, erheblich. Damit helfen Sie sich, Ihren Angehörigen und den Menschen in Ihrer Umgebung!“ 


Häufig gestellte Fragen zum Impfstoff von AstraZeneca

Dr. Susann Walz, Pandemiebeauftragte am Klinikum Main-Spessart, beantwortet Fragen zum Impfstoff von AstraZeneca: 

Gibt es eine Empfehlung für einen speziellen Impfstoff? 
Jeder ab 65 sollte mit einem für diese Altersgruppe empfohlenen Impfstoff geimpft werden, hierbei handelt es sich in Deutschland derzeit um die Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer sowie Moderna. Für unter 65-Jährige ist ebenfalls der Impfstoff von AstraZeneca zugelassen. Aufgrund der geringeren Verfügbarkeit zuerst genannter Impfstoffe werden diese derzeit bevorzugt für Personen über 65 Jahren eingesetzt. Für Impfwillige unter 65 Jahren wird derzeit bevorzugt der Impfstoff von AstraZeneca eingesetzt. 

Warum kann ich mir den Impfstoff nicht aussuchen? 
Ganz einfach, es gibt leider nicht genug Impfstoff! Vor einem Jahr war die bloße Existenz überhaupt eines einzigen Impfstoffs fraglich. Jetzt sind die Mengen gering und die einzelnen Impfstoffe nicht für alle Altersgruppen geeignet. 

Was ist ein Vektor-Impfstoff wie z.B. der von AstraZeneca? 
Nicht vermehrungsfähige Viren wurden so verändert, dass auf diesem Virus der Bauplan für die Herstellung des Spike-Proteins (Oberflächeneiweiß des Coronavirus, wichtig für das Andocken an die Zelle) enthalten ist. Die Viren können sich nicht vermehren, damit entspricht der Impfstoff quasi einem Totimpfstoff. Eine Erkrankung kann definitiv nicht ausgelöst werden, damit gilt auch die Anwendung bei Immungeschwächten als sicher. 

Wie funktioniert der Vektor-Impfstoff? 
Das Impfvirus wurde modifiziert und kann sich nicht vermehren, aber es trägt die Information für den Bauplan des Spike-Proteins in die Immunzelle. Die Information wird genutzt, um das Spike-Protein herzustellen. Unser Immunsystem erkennt dann das Spike-Protein als fremd und bildet Antikörper, die bei Kontakt mit dem Corona-Virus sofort zur Verfügung stehen und den Ausbruch der Krankheit effizient verhindern. 

Wie effizient ist der Impfstoff von AstraZeneca? 
Nach derzeitigem Kenntnisstand hat der Impfstoff von AstraZeneca bei Personen im Alter von 18-64 Jahren eine Wirksamkeit von 70 % gegen eine COVID-19-Erkrankung. Nachuntersuchungen zeigen in Studien eine Wirksamkeit bis zu 82 %. Eine Wirksamkeit von 70 % bedeutet nicht, dass der Impfstoff nur bei 70 % der Geimpften wirkt. Wirksamkeit bedeutet, dass von 10 Geimpften nur 3 infizierte Personen erkranken. Hinzu kommt, dass in allen Studien eine Erkrankung bereits bei leichten und moderaten Symptomen konstatiert wurde. Es wird aber angenommen, dass ein Schutz vor schweren Verläufen und Tod sehr sicher besteht. Im Klartext: Kein einziger Patient musste bereits nach der ersten Dosis aufgrund einer hochsymptomatischen COVID-Erkrankung ins Krankenhaus aufgenommen werden. 

Welche Impfreaktionen sind zu erwarten? 
Nach der Impfung mit dem COVID-19-Vektor-Impfstoff kann es als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen. Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen auf den Impfstoff AstraZeneca in der bisher zumeist zweimonatigen Beobachtungszeit waren Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle, Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und Unwohlsein, erhöhte Temperatur und Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und Übelkeit. Die meisten Reaktionen sind bei älteren Personen etwas seltener als bei jüngeren Personen zu beobachten. Die Impfreaktionen sind zumeist mild oder mäßig ausgeprägt, halten für gewöhnlich wenige Tage an und treten im Gegensatz zu den Impfstoffen der Firmen Biontech/Pfizer und Moderna nach der 2. Impfung etwas seltener als nach der 1. Impfung auf. 

Es gibt einen Unterschied zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen. Impfreaktionen sind normal und zeigen lediglich, dass das Immunsystem funktioniert und arbeitet. Impfkomplikationen sind z.B. schwere allergische Reaktionen und treten nur selten auf. Bei individuellen Fragen kontaktieren Sie Ihren Hausarzt. 

Wie wird der Impfstoff von AstraZeneca verabreicht? 
2-mal als intramuskuläre Injektion im Abstand von 9-12 Wochen.  

Wie lange hält der Impfschutz? 
Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit bei keinem Impfstoff bekannt.  

Kann man sich trotzdem noch anstecken bzw. das Virus weitergeben? 
Derzeit liegen nicht ausreichend Daten vor, um einzuschätzen, in welchem Maße die Impfung auch vor einer Besiedlung mit dem Corona-Virus bzw. vor einer Übertragung auf andere Personen schützt. Es ist daher auch nach vollständiger Impfung mit 2 Impfdosen notwendig, sich und seine Umgebung zu schützen, indem die Hygiene-Regeln eingehalten werden. Auch muss weiter getestet werden! Eine Studie mit dem AstraZeneca-Impfstoff Anfang dieses Monats zeigte jedoch eine Reduktion der positiven PCR-Befunde, sodass eine verminderte Übertragbarkeit nach Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca vermutet wird. 

Ich hatte Corona, darf ich mich auch anmelden/impfen lassen? 
Die Anmeldung ist möglich, viele Mitarbeiter des medizinischen oder pflegerischen Personals haben davon bereits Gebrauch gemacht. Eine Impfung wird nach ca. 6 Monaten empfohlen. Beim Auftreten einer Infektion nach der Erstimpfung soll die Zweitimpfung auch um 6 Monate verschoben werden. Diese Empfehlungen existieren ab dem 04.02.2021. 

Fazit: 
Die derzeitige Impfung, egal mit welchem Impfstoff, ist unbedingt empfehlenswert! Sollten Sie aufgrund der aktuellen Priorisierungen ein Impfangebot haben, nehmen Sie die Möglichkeit wahr und profitieren von der Impfung. Es ist nicht zu empfehlen, auf eine Wahlfreiheit beim Impfstoff zu warten. Das verzögert unnötig. Und auch wenn Sie noch nicht an der Reihe sind, lassen Sie sich registrieren, um bei kurzfristigen Änderungen schnell berücksichtigt zu werden.