Delegation aus MSP besucht die „Spessart“

„Moin, statt Grüß Gott“ hieß es vier Tage lang für eine Delegation aus Main-Spessart beim Besuch des Betriebsstofftankers „Spessart“. Der Freundeskreis des Patenschiffes des Landkreises hatte den Besuch organisiert, an dem 34 Personen, angeführt von Landrat Thomas Schiebel, teilnahmen.

Patenschaft vor zehn Jahren neu besiegelt

Die Fahrt zum Marinestützpunkt Wilhelmshaven, in dem die „Spessart“ seit Mitte April wegen eines Maschinenschadens zur Reparatur liegt, hatte den Charakter eines kleinen Jubiläums. Vor genau zehn Jahren wurde in Lohr die Patenschaft neu besiegelt, nachdem sie in den Jahren zuvor in einem etwas ruhigerem Fahrwasser verlaufen war.

Dies soll nicht mehr geschehen, bekräftigten Landrat Schiebel und Kapitän Rolf von Bebern beim Empfang auf dem Achterdeck des Schiffes. Sehr zur Freude von Kapitän zur See André Dirks, dem neuen Kommandeur des Trossgeschwaders, zu dem auch die Betriebsstofftanker „Spessart“ und „Rhön“ gehören. Der 53-jährige Kommandeur betonte, dass gerade solche Patenschaften ein gutes Zeichen für die Akzeptanz der Streitkräfte in der Bevölkerung seien. Der Kommandeur wünschte sich, dass dieses Beispiel viele Nachahmer finde. André Dirks nutzte ausgiebig die Gelegenheit, sich mit den Gästen aus dem Norden Bayerns zu unterhalten.

Neuer zweiter Mann

Bei der Gelegenheit stellte sich Lutz Lücken als neuer zweiter Mann auf der „Spessart“ vor. Im August 2016 hat der heute 51-Jährige die Aufgaben des Ersten Offiziers auf dem Patenschiff von Rolf von Bebern übernommen.

Wenn auch wegen der umfangreichen Reparatur an der Hauptmaschine der „Spessart“ die sonst obligatorische Fahrt mit den Gästen entfallen musste, hatte die Besatzung ein abwechslungsreiches Besuchsprogramm für die Main-Spessarter auf die Beine gestellt: Besuche im Marinemuseum in Wilhelmshaven mit Hafenrundfahrt, der Brauerei in Jever sowie eine lehrreiche Wattwanderung in Carolinensiel.

Viel Spaß hatten Schiffsbesatzung und Landratten beim Ostfriesen-Abitur in Wittmund. Getestet wurden Fertigkeiten beim Straßenboßeln, Besensmieten, Padstockspringen, Balkenlaufen, Kuhmelken, Teetrinken, Löffeltrunk, Ostfrieslandkunde und Krabbenpulen. Drei Prüfer nahmen die Leistungen ab und übergaben die Zeugnisse. Seit 40 Jahren bietet die Stadt Wittmund diesen touristischen Gag an. Im Marinestützpunkt Wilhelmshaven wurden die Reiseteilnehmer Augenzeugen des Auslaufens der Fregatte „Bayern“, die den Hafen zu einer Einsatzfahrt verließ.

Reservisten unter den Besuchern

Außer den Mitgliedern des Freundeskreises der „Spessart“ nahmen am Patenbesuch Mitglieder der Reservistenkameradschaften (RK) aus Hausen und aus Karsbach teil. Beide Kameradschaften hatten 2015 beim Besuch von Besatzungsmitgliedern im Landkreis den großen Teil des Besuchsprogramms gestaltet. Zum ersten Mal waren sechs ungarische Reservisten dabei, die eine Partnerschaft mit den ehemaligen deutschen Soldaten aus der RK Hausen anstreben. Im kommenden Jahr steht der nächste turnusmäßige Besuch von Besatzungsmitgliedern der „Spessart“ im Landkreis Main-Spessart auf dem Programm. Der Termin orientiert sich an den Einsatzterminen von Schiff und Besatzung.

 

Herbert Hausmann

 

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