Main-Spessart auf dem Speiseplan

regionalerleben – Main-Spessart auf dem Speiseplan


Sich nur von regionalen Produkten ernähren – geht das?

Diese Frage sollte mit Hilfe von Testpersonen und -familien aus dem Landkreis Main-Spessart geklärt werden. Viele unserer Lebensmittel legen Tausende von Kilometer zurück, bevor sie schließlich bei uns im Kühlschrank bzw. auf dem Tisch landen. Aber was wird eigentlich bei uns vor der Haustür erzeugt? Zwei Wochen lang haben sich die Teilnehmer bei diesem Experiment bewusst regional ernährt - Erlebnisse und Erkenntnisse wurden in zahlreichen Presseartikeln dargestellt. Bei der Suche nach Erzeugern und Produkten wurden die Teilnehmer vom Regionalmanagement Main-Spessart tatkräftig unterstützt. Es sollten nur Lebensmittel auf den Tisch kommen, die im Landkreis Main-Spessart angebaut oder überwiegend aus regionalen Erzeugnissen hergestellt werden. Drei nicht regionale Produkte konnten als Joker vor Beginn der Aktion festgelegt werden.

Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Alle Tester haben sich in den zwei Wochen tatsächlich fast ausschließlich von Produkten aus Main-Spessart ernährt; die Joker wurden vor allem für Kaffee, Zucker und Süßigkeiten eingesetzt. Obwohl alle schon vor dem Experiment auf regionale Produkte geachtet haben, wurden doch noch neue Entdeckungen gemacht. Toll war das große Interesse an der Aktion, das sowohl die Teilnehmer als auch die Organisatoren erfahren haben.

Welche Schwierigkeiten gab es beim regionalen Einkauf?

  • lange Einkaufswege für manchmal nur ein oder wenige Produkt/e
  • viel Vorplanung nötig (wann fährt man wohin, evtl. vorbestellen…)
  • wenig verlässliche Information über das Angebot und die Öffnungszeiten der Direktvermarkter verfügbar
  • nicht alle Produkte immer verfügbar
  • abwechslungsreich einkaufen schwierig
  • manche Produkte sind schwer oder gar nicht zu bekommen: Fette (Öl, Butter, Rahm), Essig, Saftschorle 0,7l Flaschen, frisches Obst, z.T. Gemüse

Was waren positive Erlebnisse?

  • persönlicher Kontakt zum Erzeuger und zum Produkt; „man weiß wo es herkommt“
  • bewusstere Ernährung
  • weniger Süßigkeiten
  • Einkauf Zeit sparend: keine Schlange an der Kasse und keine Ablenkung
  • Einkäufe in der Summe nicht teurer als sonst, da nichts Unnötiges einfach noch mitgenommen wird

Positive Resonanz aus dem Umfeld:

  • "Grillabend bei Freunden – natürlich mit regionalen Produkten – ein voller Erfolg!“
  • "Heute hat mir eine Bekannte Auberginen geschenkt.“
  • "Geheim“-Tipps für die regionale Versorgung bekommen
  • "viel Anteilnahme und Unterstützung von Freunden und Bekannten"

Erkenntnisse der Teilnehmer:

  • „Regional ernähren muss langfristig sein: man muss einkochen, einfrieren und Vorräte anlegen.“
  • „Rezept für Hefe auf Kartoffeln gefunden. Leider braucht das alles mindestens 3 Tage. Sauerteig braucht ebenfalls länger.“
  • „Man muss zum Essen an den heimischen Tisch.“
  • „Wissen und Vielfalt gehen verloren wenn z.B. alte Sorten verschwinden oder keine Butter mehr gemacht wird.“
  • „Der Konsum von Produkten aus anderen Regionen ist „gelernt“.“
  • „Alles was wir einkaufen konnten war lecker!!! Nur BIO REGIONAL sehr selten zu finden.“
  • "regional einkaufen spart Plastikmüll
  • „Es geht auch ohne Butter.“
  • „Einfach, aber gut.“
  • „Es macht sehr zufrieden, viele Produkte aus dem eigenen Garten zu verwenden und wirklich mal nur regional einzukaufen, so gut es eben möglich ist.“

Erkenntnisse für alle:

  • Viele Produkte bekommt man, wenn man nur weiß wo. Manches ist dagegen in Main-Spessart schwierig/nicht zu bekommen.
  • Regionale Produkte können durchaus eine Grundlage des eigenen Speiseplans sein.
  • Eine Ausweitung der „Einkaufs-Region“ über die Landkreisgrenzen hinaus ist natürlich sinnvoll.
  • Ein Einkauf bei Direktvermarktern muss gut geplant sein (Öffnungszeiten etc.), ist dann aber persönlich und ein anderes Erlebnis als der Einkauf im Supermarkt.
  • Lagern (auch einfrieren, einkochen) ist wichtig, um ständige lange Wege zu vermeiden und besser mit der Saisonalität regionaler Produkte zu leben.
  • Flexibilität und Einfallsreichtum in der Küche sind gefragt, wenn nicht immer alles verfügbar ist. Aber auch ein (zeitweiser) Verzicht auf bestimmte Zutaten muss nicht schmerzhaft sein – einfach schmeckt manchmal sogar besser!