Erhöhte Fördermittel für Sanierung, Neubau und Heizungstausch ab 1. Juli 2021

Auch zuvor waren die Förderkonditionen der KfW schon sehr attraktiv mit bis zu 40% Zuschuss zu einer Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus. Nun wurde nochmals aufgestockt: der für eine Sanierung sehr ambitionierte KfW-Standard 40 "Erneuerbare-Energien-Klasse" wird mit 50% Zuschuss auf bis zu 150.000 Euro der Sanierungskosten gefördert. Selbst bei einem KfW-Effizienzhaus 100 "Erneuerbare-Energien-Klasse" sind es noch 32,5% Zuschuss. Nach wie vor kann man den Zuschuss über das KfW-Zuschussportal als Investitionszuschuss oder über einen Finanzierungspartner (i.d.R. die Hausbank) als zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss beantragen.

Neu ist außerdem, dass nochmals 5% Zuschuss auf die Fördersätze oben drauf kommen, wenn zuvor ein Energieberater einen sogenannten "individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)" für Ihr Haus erstellt hat, und die zu fördernden Maßnahmen darin als Sanierungsschritt genannt sind. Zur Nutzung dieses Bonus hat der Hauseigentümer 15 Jahre Zeit ab Erstellung des iSFP. Die Erstellung des iSFP ist wiederum mit 80% Zuschuss durch das BAFA förderfähig. Wer also für die Sanierung seines Hauses zu einem KfW-Effizienzhaus 40 "Erneuerbare Energien-Klasse" zuvor einen iSFP anfertigen lässt, kann für die Sanierung 55 % Zuschuss in Anspruch nehmen.

Für Einzelmaßnahmen werden nach wie vor 20% Zuschuss gewährt. Wenn man den Förderbetrag als einmaligen Investitionszuschuss erhalten möchte, muss man den Antrag beim BAFA stellen. Wenn man auch hier einen zinsgünstigen Kredit aufnehmen möchte, geschieht dies über den Finanzierungspartner (i.d.R. die Hausbank) und die KfW. Auch für die Einzelmaßnahme Heizungstausch erhält man vom BAFA nach wie vor hohe Zuschüsse; seit dem 1. Juli für besonders umweltschonende Pelletheizungen, die einen gewissen Feibstaubgrenzwert einhalten, sogar nochmal zusätzlich 5% Zuschuss. Beim Austausch einer alten Ölheizung gegen eine solche Pelletheizung winken dann 50% Zuschuss.

Bei der Heizungsförderung wurden die Zuschüsse des BAFA zu Heizungstechnik in Neubauten jedoch gestrichen. Wer seine klimaschonende Heizung im Neubau fördern lassen will, muss dies nun im Rahmen einer Effizienzhausförderung der KfW tun. Hier wurde mit dem Zusatz "Erneuerbare-Energien-Klasse" 5% Zuschuss auf jeden KfW-Effizienzhausstandard aufgesattelt. Für das KfW-Effizienzhaus 40 "Erneuerbare-Energien-Klasse" gibt es nun beispielsweise 22,5% Zuschuss (wiederum wahlweise als Investitions- oder Tilgungszuschuss), für ein KfW-Effizienzhaus Plus sogar 25% auf bis zu 150.000 Euro Bausumme.

Investitionszuschüsse zu Einzelmaßnahmen: BAFA

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)externer Link ist nun für alle Investitionszuschüsse (außer KfW-Effizienzhäuser) zuständig:

  • Einzelmaßnahmen (z.B. Fenstertasch, Fassadendämmung, Dacherneuerung etc., 20% Zuschuss)
  • Heizen mit erneuerbaren Energien und Wärmepumpe (bis zu 50% Zuschuss)
  • Anlagentechnik (z.B. Lüftungsanlagen, 20% Zuschuss)
  • Anschluss an ein erneuerbares Gebäude- oder Wärmenetz (30 bis 45% Zuschuss)
  • Maßnahmen zur Heizungsoptimierung (z. B. hydraulischer Abgleich, Austausch von Heizungspumpen, 20% Zuschuss)
  • Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchsoptimierung
  • Fachplanung und Baubegleitung (50% Zuschuss)

Kredite inkl. Tilgungszuschüsse (und Investitionszuschüsse zu Komplettsanierungen): KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)externer Link wickelt alle Förderungen ab, die in Form eines zinsgünstigen Kredits inkl. Tilgungszuschuss gewährt werden (KfW-Programme 261/262). Nur die Zuschüsse für Einzelmaßnahmen sind zum BAFA ´gewandert` (siehe oben). Voraussichtlich bis Anfang 2023 wickelt die KfW auch noch die Investitionszuschüsse für Komplettsanierungen zum KfW-Effizienzhaus ab (KfW-Programm 461). Danach werden auch diese vom BAFA abgewickelt.

Einen guten Überblick über die aktuellen Fördermöglichkeiten von KfW und BAFA im Bereich Bauen und Sanieren erhält man z.B. auch hierexterner Link.