Das GEG löst die EnEV ab 1. Oktober 2020 ab

Anlass dieser Neuregelung ist zum einen die von der EU-Gebäuderichtlinie geforderte Festlegung des energetischen Standards eines Niedrigstenergiegebäudes für Neubauten. Zum anderen sollen durch die Zusammenlegung von EnEV und EEWärmeG die bisherigen Diskrepanzen der alten Regelungen behoben und dadurch die Anwendung und der Vollzug des Energieeinsparrechts erleichtert werden. 

Als Niedrigstenergiestandard für Neubauten wurde im GEG der bereits seit 2016 geltende Neubau-Stzandard nach EnEV festgelegt. Es ergeben sich mit dem GEG also keine Verschärfungen des Dämmstandards.

Die wichtigsten Änderungen des GEG gegenüber der EnEV und dem EEWärmeG sind folgende:

  • Die Pflicht zur Nutzung eines Anteils erneuerbarer Energien im Neubau (aus dem EEWärmeG) wurde ins GEG übernommen und um die Möglichkeit ergänzt, einen Erdgas-Brennwertheizung zu mindestens 50% mit Biomethan zu betreiben, um die Anforderung zu erfüllen.
  • Öl- und Kohleheizungen dürfen im Neubau ab 2026 nur noch eingebaut werden, wenn sie mit erneuerbaren Energien (z.B. Solarthermie) kombiniert werden. Ausnahmen sind hier dann nicht mehr möglich. Dies ist bei Heizungssanierungen im Bestand anders, wo im Fall eines neuen Öl- oder Kohlekessels ebenfalls zusätzlich erneuerbare Wärmeerzeuger einzusetzen sind, jedoch nur, wenn technisch und wirtschaftlich machbar.
  • Absenkung der Primärengeriefaktoren einiger Energieträger, z.B. fester und flüssiger Biomasse (insbesondere Biomethan)
  • Vor umfassenden Sanierungen nach dem Bilanzverfahren ist eine Energieberatung verpflichtend, wenn diese kostenlos erfolgen kann. Ein Energieberater ist dazu berechtigt, wenn er Energieausweise ausstellen darf. Ausführende Unternehmen müssen bei Angebotsabgabe auf diese Beratungspflicht schriftlich hinweisen. Eine obligatorische Energieberatung ist nicht vorgeschrieben bei Änderungen von Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen. Eine obligatorische Energieberatung ist ebenfalls nicht vorgeschrieben bei Änderungen einzelner Bauteile, bei denen der Nachweis der Einhaltung entsprechend der Mindestanforderungen an die U-Werte 
    entsprechend der Anlage 7 des GEG erfolgt.
  • Bei Verkauf von Ein/Zweifamilienhäusern, haben Käufer nach Übergabe des Energieausweises ein informatorisches Beratungsgespräch zum 
    Energieausweis mit einer zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigten Person zu führen, wenn ein solches Beratungsgespräch als einzelne Leistung unentgeltlich angeboten wird. Bei Verkauf von Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohnungen haben Käufer keine Pflicht, sich zum Energieausweis beraten zu lassen.
  • Quartierslösungen sind nun möglich um die Anforderungen benachbarter Gebäude zu erfüllen. So können z.B. Defizite bei der Gebäudehülle durch besonder energieeffizinete Anlagentechnik (Wärmeverbund) ausgeglichen werden.
  • Der 52 GW-Deckel für Photovoltaik wurde abgeschafft. So erhalten Photovoltaikanlagen nach wie vor eine EEG-Vergütung.