Wie der Landratsschoppen zu seinem Namen kam


Als die Landräte noch kleine Landkreise zu betreuen hatten, blieb ihnen mehr Zeit ihren persönlichen Neigungen nachzugehen.

Der Landrat von Karlstadt, Erwin Ammann, konnte es sich in den 60iger Jahren durchaus leisten, mindestens einmal in der Woche nach Dienstschluss, das direkt neben dem Amtsgebäude gelegene Hotel "Zum schwarzen Adler" zu besuchen, um vor seiner Heimfahrt nach Retzbach immer ein Glas Wein, also seinen Schoppen zu trinken.

Der pfiffige Gastwirt Heribert Andres gab diesem Wein den Namen "Landratsschoppen" und regte an, jährlich eine Weinlage aus dem Landkreis dafür auszuwählen.

 Der Landratsschoppen, muß drei Voraussetzungen erfüllen:

  1. Er muss im Landkreis Main-Spessart gewachsen sein.
  2. Er muss ein einfacher, ungeschönter Zecherwein sein, von dem man mehr als einen "Schoppen" trinken kann, ohne betrunken zu sein.
  3. Der Landrat selbst muss den Wein aussuchen, von dem mindestens 15 000 Liter auf den Markt kommen sollen.

Auch Landrat Thomas Schiebel hat diese in der Bundesrepublik Deutschland einmalige Auswahl eines qualitätsvollen und trockenen Weines zum Landratsschoppen beibehalten.

In jedem Jahr im Herbst wird der neue Landratsschoppen in einem würdigen Rahmen vorgestellt.

Die Winzer, die ihn erzeugt haben, sind stolz auf ihre Leistung. Die Weinkenner, die ihn versuchen, legen sich einen Vorrat zu, damit sie das ganze Jahr über einen reinen, trockenen und wohlschmeckenden Wein im Keller haben: Den "Landratsschoppen!"