Kreiswahlleiter/-in

Die stellvertretende Kreiswahlleiterin Sabine Kreußer erklärt ihre Aufgaben
 

Kreiswahlhelfer
 

Im September findet die Bundestagswahl statt. Bis die Wählerinnen und Wähler einen Stimmzettel in der Hand halten, auf dem sie ihre Kreuzchen machen können, ist es ein langer Weg. Maßgeblichen Anteil an der Organisation auf der Ebene des Wahlkreises haben die Mitarbeiter der Kreiswahlleitung. 

Dies leiten im Wahlkreis Main-Spessart (Wahlkreisnummer 249), zu dem neben dem gleichnamigen Landkreis auch der Landkreis Miltenberg gehört, Oberregierungsrat Florian Kreiselmeier und Verwaltungsamtsrätin Sabine Kreußer. Von der offiziellen Ernennung des Kreiswahlleiters und dessen Stellvertreterin durch die Regierung von Unterfranken bis zum Wahlsonntag Ende September vergeht etwa ein Jahr. 

„Zu Beginn der Vorbereitungen unterstützen wir die Gemeinden bei der Einteilung in Wahlbezirke und wir bilden den Kreiswahlausschuss“, erklärt Kreußer, die nach 2017 nun schon zum zweiten Mal eine Bundestagswahl auf Kreisebene organisiert. Vertreter der Parteien sitzen dem Kreiswahlausschuss bei. Die Sitzverteilung richtet sich nach der Stimmverteilung in der vorangegangenen Bundestagswahl. Des Weiteren fordert der Kreiswahlleiter zur Einreichung von Wahlvorschlägen im Kreis auf, nimmt sie entgegen und prüft sie.

Ende Juli stellte der Landeswahlausschuss die zugelassenen Landeslisten fest (Zweitstimme) und der Kreiswahlausschuss die Zulassung der Direktkandidaten im Wahlkreis Main-Spessart (Erststimme). „Dann stand auch fest, dass unsere Stimmzettel etwa 65 Zentimeter lang werden“, so Kreußer. Die Angebote verschiedener Druckereien hatte sie bis dahin längst eingeholt – die Zeit drängte. Eine Druckerei aus dem Landkreis lieferte insgesamt 209.000 Stimmzettel für die Wählerinnen und Wähler der 363 Stimmbezirke des Wahlkreises.

Diese wurden im August an die Gemeinden übergeben. Sie werden entweder für die Briefwahl im Vorfeld an die Wählerinnen und Wähler ausgegeben oder sind in den Wahllokalen am Tag der Bundestagswahl verfügbar. Dort gibt es in diesem Jahr einen erheblichen Mehraufwand für den Wahlvorstand und die -helfer: Sie müssen die von der Gemeinde erstellten Hygienekonzepte für die Wahllokale beachten und umsetzen, etwa eine Einhaltung der Maskenpflicht.

Die Auszählung der Stimmen findet in den Wahlbezirken statt. Die Ergebnisse werden von den Gemeinden an die Kreiswahlleitung mit Unterstützung eines IT-Dienstleisters übermittelt. „Wir testen gerade, ob alle Informationen dort angekommen, wo sie sollen“, so Kreußer. Hier und da hakt es noch etwas. Doch sie ist zuversichtlich, dass das bis zum Wahlsonntag behoben ist. Kreußer weiter: „Ich schätze, dass bis ca. 21 Uhr alle Ergebnisse aus dem Wahlkreis bei uns eingegangen sind.“ Sollte es nicht auf gewohntem Weg funktionieren, dann könnten die Ergebnisse aus den Wahlbezirken notfalls auch telefonisch oder mittels Fax durchgegeben werden.

Auch wenn das vorläufige Ergebnis für den Wahlkreis am Abend bekannt wird, ist die Arbeit der Kreiswahlleitung noch nicht getan. Die stellvertretende Kreiswahlleiterin erklärt: „Am Montag werden die Niederschriften und beanstandeten Stimmzettel von den Gemeinden bei uns abgegeben.“ In den Tagen nach der Wahl werden sie überprüft und das endgültige Wahlergebnis ermittelt. Formal muss es der Kreiswahlausschuss feststellen.

Ein Bote des Landratsamtes bringt sämtliche Unterlagen zum Landeswahlleiter nach Fürth. Lediglich die gültigen Stimmzettel verbleiben in den Gemeinden zur Aufbewahrung bis kurz vor der nächsten Bundestagswahl.