Aufruf zum Wettbewerb - „Unser Dorf hat Zukunft“ – „Unser Dorf soll schöner werden“

08.04.2019

Bereits zum 27. Mal werden die Dörfer dazu ermuntert, ihre Schönheit und Zukunftsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Der Landkreis Main-Spessart führt dieses Jahr den Wettbewerb als Vorstufe für den 27. Landeswettbewerb durch. Die erfolgreichsten Dörfer im Kreisentscheid werden vom Landratsamt ausgezeichnet, bekanntgegeben und entsprechend zu Bezirks- und Landesentscheid weitergemeldet. Insbesondere für Landrat Thomas Schiebel hat der Wettbewerb einen hohen Stellenwert. Denn angesichts des demographischen Wandels ist es fundamental wichtig, dass dörfliches „Leben“ stattfindet. Nordbayerische Landkreise wie Main-Spessart gehören zu den Regionen Bayerns, deren Bevölkerung in den kommenden Jahren schrumpfen wird: die Prognose der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern (2016 bis 2036) sagt einen Rückgang der Bevökerung von 7,1 % voraus (vgl. Bayerisches Landesamt für Statistik, 2018), und der ländliche Raum wird nur zu oft als Stiefkind der Ballungsräume und großen Städte betrachtet. Dabei birgt er neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung ein hohes Maß an kulturellen und naturnahen Potentialen.

Beim Dorfwettbewerb geht es nicht darum, das Dorf als Freilichtmuseum zu präsentieren, sondern als intakten Ort mit Zusammenhalt von Bürgern, Vereinen, Gewerbe und Verwaltung. Um den ersten Bürgermeister Josef Mend aus Hellmitzheim (Siegerdorf auf Kreis,- Bezirks,- und Landesebene) zu zitieren: „Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist ein Muss, er fordert heraus und macht die Bewohner fit, sich und ihren Ort kritisch zu betrachten. Durch ihn reagiert die Dorfgemeinschaft sensibler und entwickelt mehr Bewusstsein für Stärken und Schwächen im eigenen Ort. Die sehr gute fachliche Unterstützung von außen ist ein Gewinn für die Weiterentwicklung. Vieles im Dorf wird angeschaut und selbst angepackt, was ohne den Wettbewerb sicher noch unbeachtet geblieben wäre“.

Ziel des Dorfwettbewerbes ist es, mit bürgerschaftlichem Engagement, mit eigener Initiative und Selbsthilfe die ländliche Lebensqualität zu verbessern und gleichzeitig die wirtschaftliche Basis von Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Gewerbe zu stärken. Die eigene Verantwortung der hier lebenden Menschen und der Unternehmen für die Ortsentwicklung ist eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Zukunftssicherung von Dörfer und ländlichen Regionen. Der Wettbewerb will motivieren, Perspektiven und Zukunftsvisionen für Dorf und Region aufzubauen und umzusetzen.

Neben Gebäuden und Fassaden werden Gärten und Freiflächen, Obstwiesen und Landschaft in den Dörfern bewertet. Auch die wirtschaftliche Entwicklung, Dienstleistung und Versorgung oder auch ökonomische Initiativen der Bürger und Unternehmen im Dorf werden
mit beurteilt. Dazu gehören Geschäfte, Banken und andere örtliche Dienstleister, landwirtschaftliche Direktvermarkter und gewerbliche Einrichtungen.

Um die unterschiedliche Größe der Gemeinden und Gemeindeteile zu berücksichtigen, werden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt:

Gruppe A: bis 600 Einwohner
Gruppe B: 601 bis 3.000 Einwohner

Bewertet wird in fünf Bewertungsbereichen:

  •  Entwicklungskonzepte im Bereich Bildung, Familie, Infrastruktur sowie wirtschaftliche Initiativen
  • Soziales und kulturelles Leben im Dorf
  • Baugestaltung und Siedlungsentwicklung unter Berücksichtigung der Erhaltung der ortsprägenden Bausubstanz
  • Grüngestaltung des Dorfes und Förderung naturnaher Lebensräume für Tiere und Pflanzen
  • Einbindung des Dorfes in die Landschaft, Erhaltung, Bewirtschaftung und Entwicklung der Kulturlandschaft, sowie Biotop- und Artenschutz

Im Lauf des Sommer 2019 wird eine Bewertungskommission die gemeldeten Dörfer bereisen und die Bewertung auf Landkreisebene durchführen.

Ausführliche Informationen zum Wettbewerb finden Interessierte auch online unter www.dorfwettbewerb.deexterner Link.

Die Anmeldung zum Wettbewerb erfolgt über die jeweilige Gemeindeverwaltung. Betreut und organisiert wird der Wettbewerb durch die Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Main-Spessart in Karlstadt, Ansprechpartner ist Hilmar Keller, Tel.: 0 93 53 / 793 – 18 05, E-Mail: Hilmar.Keller@Lramsp.de. Der Anmeldeschluss auf Kreisebene ist der 1. Juli 2019.

Habichsthal

Foto (Hilmar Keller)