Volkszählung 2022 (Zensus)- Das Wichtigste im Überblick

06.05.2022

In Deutschland gibt es dieses Jahr wieder eine Volkszählung, den sogenannten „Zensus“. Er liefert Basisdaten zur Bevölkerung, Erwerbstätigkeit und Wohnsituation der Menschen in ganz Deutschland. In Bayern werden beim Zensus 2022 insgesamt 6,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger befragt. Die bundesweiten Befragungen zum Zensus starten im Mai 2022 und dauern etwa zwölf Wochen.  

Das sollten die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zum Zensus wissen: 

Warum brauchen wir einen Zensus? 

Der Zensus 2022 liefert verlässliche Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszahlen sowie 
demografische Informationen zu Menschen, Haushalten und Familien in Deutschland und seinen Regionen. Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf diesen Daten. Die Ergebnisse des Zensus sind eine Grundlage für die Planung, etwa von Wohnungen, Verkehrsnetzen oder Bildungseinrichtungen. Auf Basis der Bevölkerungszahlen erfolgt zum Beispiel die Einteilung der Wahlkreise, die Stimmenverteilung im Bundesrat sowie der Länderfinanzausgleiche und der kommunale Finanzausgleich. Alle Bürgerinnen und Bürger tragen mit ihren vollständigen und wahrheitsgemäßen Angaben dazu bei, dass der Zensus als Basis für gerechte und faire Verteilungsentscheidungen, für gute Planungen und Prognosen und – durch die Gebäude- und Wohnungszählung - als Grundlage für die Wohnungsbaupolitik auf allen Ebenen genutzt werden kann.

Wie funktioniert der Zensus? 
Der Zensus ist national wie international ein wesentliches Fundament der amtlichen Statistik.
Er gliedert sich in zwei Teilbereiche: eine Gebäude- und Wohnungszählung sowie eine Bevölkerungszählung (Haushaltebefragung). 

Für die Gebäude- und Wohnungszählung beginnt ab Montag, 9. Mai 2022 der Versand entsprechender Anschreiben an die ca. 4 Mio. Eigentümer von Wohnraum in Bayern. Es enthält die Zugangsdaten zu einem Online-Fragebogen. Bei der Gebäude- und Wohnungszählung gibt es beispielsweise Fragen zur Art des Gebäudes, der Größe, des Baujahrs oder zur Nettokaltmiete. Die Online-Fragebogen können auf www.zensus2022.deexterner Link eingesehen werden. 
Wer nicht online melden will oder kann, erhält automatisch mit dem Erinnerungsschreiben einen Papierfragebogen wenige Wochen später. Die Gebäude- und Wohnungszählung liefert Daten als Basis für eine bedarfsgerechte Planung von Wohnraum in Bayern. Wichtig zu wissen: Im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung finden keine persönlichen Interviews statt.  

Die Bevölkerungszählung wird auf Basis der amtlichen Melderegister durchgeführt. Dadurch müssen nicht alle Menschen befragt werden, wie es bei einer klassischen Volkszählung der Fall wäre. Die Daten aus den Melderegistern werden durch eine Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis ergänzt. Per Zufallsverfahren werden Anschriften ausgewählt, an denen alle dort lebenden Personen von geschulten und sich ausweisenden Interviewerinnen und Interviewern persönlich befragt werden. Die persönlichen Befragungen starten am Montag, 16. Mai 2022. Betroffen sind etwa 2,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Bayern. 

Außerdem werden alle Bewohnerinnen und Bewohner in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften gezählt.  

Wer muss Fragen zum Zensus beantworten? 
Wenn ein Haushalt für den Zensus ausgewählt wurde, sind grundsätzlich alle in diesem Haushalt lebenden Personen auskunftspflichtig - unabhängig vom Alter oder der Staatsbürgerschaft. Für die kurze persönliche Befragung kann auch ein Haushaltsmitglied stellvertretend für alle anderen antworten. Können Personen nicht selbst an der Befragung teilnehmen, beispielsweise, weil sie zu jung sind oder aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen, muss ein anderes volljähriges Haushaltsmitglied die Beantwortung für die betreffenden Personen übernehmen. Minderjährige sind nur dann selbst auskunftspflichtig, wenn sie einen eigenen Haushalt führen. 

Müssen Bürgerinnen und Bürger beim Zensus antworten? 
Die Teilnahme am Zensus ist gesetzlich verpflichtend. Wer nicht rechtzeitig antwortet, wird freundlich erinnert. Bürgerinnen und Bürger, die ihre Auskunft verweigern, obwohl sie für den Zensus ausgewählt wurden, erhalten ein Mahnschreiben. Sollte auch dann keine Bereitschaft für ein Interview bestehen, wird ein Zwangsgeld erhoben. 

Was passiert bis dahin im Zuge der Haushalte-Befragung im Rahmen des Zensus? 
Ab Anfang Mai 2022 finden Begehungen statt. Das bedeutet, die Erhebungsbeauftragten, also die Interviewerinnen und Interviewer, nehmen die Anschrift in Augenschein, um ihre Route für die Interviews effizient zu planen und notieren Briefkästen- oder Klingelschilder, um den dort wohnhaften Haushalten Terminankündigungsschreiben zustellen zu können. Wir bitten daher alle Bürgerinnen und Bürger darauf zu achten, ihre Klingelschilder und Briefkästen ordnungsgemäß zu beschriften.  

Ab Anfang Mai 2022 können bereits erste Terminankündigungen verschickt werden. 

Wie wird die Befragung durchgeführt? 
Die Bevölkerungszählung beinhaltet eine kurze persönliche Befragung und wird ab dem 16. Mai von Interviewerinnen und Interviewern, sogenannten Erhebungsbeauftragten, durchgeführt. Für die persönliche Befragung erhalten alle ausgewählten Bürgerinnen und Bürger vorab eine Terminankündigung im Briefkasten. Zum angegebenen Termin klingeln die Erhebungsbeauftragten an der Haustür. Sollten Sie bereits bei der Vorbegehung nach dem 15. Mai Kontakt zu einem unserer Erhebungsbeauftragten haben, können Sie auch gern die Fragen sofort beantworten. Das persönliche Gespräch dauert etwa fünf bis zehn Minuten pro Person – die Befragungsergebnisse erfassen die Interviewer auf einem Tablet. 

Interviewer weisen sich unaufgefordert auf 
Wichtig! Die Interviewerinnen und -interviewer weisen sich zu Beginn des Gesprächs unaufgefordert mit einem amtlichen Erhebungsbeauftragtenausweis verbunden mit ihrem Personalausweis (oder Reisepass) aus. Das Interview muss nicht in der eigenen Wohnung stattfinden. Es besteht kein Anspruch der Erhebungsbeauftragten, in die Wohnung gelassen zu werden. Bei jedem Zweifel an der Glaubwürdigkeit, können sich Auskunftspflichtige an ihre Erhebungsstelle, das Bayerische Landesamt für Statistik oder die örtliche Polizeidienststelle wenden. 

Was machen Teilnehmende, die am Befragungstermin verhindert sind? 
Bürgerinnen und Bürger, die am angesetzten Befragungstermin verhindert sind, können einen Ersatztermin vereinbaren. Die Kontaktdaten finden sich auf der Terminankündigung der oder des Erhebungsbeauftragten. 

Welche Corona-Schutzmaßnahmen werden für die Personenbefragung ergriffen? 
Die persönlichen Befragungen erfolgen nach den geltenden Infektionsschutzvorgaben. Die Befragungen vor Ort sind kurz und können an bzw. vor der Tür erledigt werden. Die Erhebungsbeauftragten betreten nur auf ausdrücklichen Wunsch der Befragten die Wohnung oder das Haus. Es wird soweit als möglich auf die geltenden Abstandsregeln geachtet.  

Welche Fragen enthalten die Fragebogen? 
In den Fragebogen zur Bevölkerungszählung werden beispielsweise Daten zum Geburtsdatum, Geschlecht, Familienstand oder zur Staatsangehörigkeit abgefragt. Auch Fragen zu Bildung, Erwerbstätigkeit und Beruf müssen von den meisten Befragten beantwortet werden.  

Wie garantiert der Zensus die Sicherheit der Daten? 
Alle Zensus-Mitarbeitenden unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Die Online-Datenübermittlung erfolgt stets verschlüsselt und die erhobenen Einzeldaten werden nicht an Dritte außerhalb der amtlichen Statistik weitergegeben - auch nicht an andere Behörden. Außerdem werden persönliche Daten zum frühestmöglichen Zeitpunkt gelöscht, sodass keinerlei Rückschlüsse auf die jeweiligen Personen möglich sind. Die erhobenen Daten werden durch bauliche, technische und organisatorische Zugangsbeschränkungen gemäß den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gesichert. 

Wann werden die Ergebnisse veröffentlicht? 
Die Ergebnisse des Zensus 2022 werden im November 2023 vorliegen. Weitere Informationen zum Zensus 2022, Factsheets sowie Bilder zum Abdruck finden Sie auf www.zensus2022.deexterner Link

Der Landkreis Main-Spessart sucht noch Interviewerinnen und Interviewer! 
Für die Befragungen suchen wir noch zuverlässige ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte (m/w/d), vor für den Raum Marktheidenfeld/ Kreuzwertheim. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit gibt es eine steuerfreie Aufwandsentschädigung, die sich nach der Anzahl von befragten Haushalten richtet und ca. 800 Euro beträgt. Fahrtkosten und Auslagen werden erstattet.  
Möchten Sie als Erhebungsbeauftragte oder Erhebungsbeauftragter beim Zensus 2022 unterstützen? Melden Sie sich bitte über unser Kontaktformular unter www.main-spessart.de/zensus