Die Corona-Strategie des Landkreises Main-Spessart für die nächsten Tage

10.11.2021

Die Lage in den Krankenhäusern in Main-Spessart und in Unterfranken verschärft sich. Auch in der Region sind die Intensivstationen voll ausgelastet. In ganz Bayern liegen insgesamt 609 Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung auf den Intensivstationen. Erst Anfang dieser Woche sprang die Warnstufe der Krankenhaus-Ampel innerhalb eines Tages von Gelb auf Rot. Das Gesundheitssystem steht vor einer Überlastung, warnte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek erst am Montag.

Das Koordinierungsteam des Landkreises Main-Spessart bereitet sich in allen Bereichen auf eine Verschärfung der Lage vor. Seit letzter Woche kontaktieren Bürgerinnen und Bürger aus Main-Spessart vermehrt Gesundheitsamt, Impfzentrum, Schulamt oder das Sachgebiet Sicherheits- und Gesundheitsrecht. Denn das Ende der Herbstferien in Bayern und die neuen Regelungen warfen neue Fragen auf.

Weil die meisten Personen die sich anstecken und ca. 90 % derer, die intensivstationär behandelt werden müssen, nicht gegen das Virus geimpft sind, müssen schärfere Maßnahmen für Ungeimpfte bzw. Nicht-Genesene eingeführt werden – etwa eine strenge Maskenpflicht oder eine Umstellung in vielen Bereichen von 3G (geimpft, genesen, getestet) auf 2G, bei dem nur noch Geimpfte und Genesene zugelassen werden. Die seit heute Bayernweit geltenden verschärften Regelungen können auf der Internetseite des Landkreises sowie des Gesundheitsministeriums abgerufen werden.

Impfstrategie des Landkreises
Allen Ungeimpften muss klar sein, dass angesichts der steigenden 7-Tage-Inzidenz eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie sich mit dem Coronavirus anstecken. Holetschek ruft deshalb dazu auf, sich impfen zu lassen.
Die Impfstrategie des Landkreises sieht vor, die Kapazitäten des Impfzentrums im Klinikum Marktheidenfeld weiter zu erhöhen und zusätzlich mehr mobile Aktionen in den Gemeinden vor Ort zu planen bei denen die Menschen ohne Termin – um lange Wartezeiten zu vermeiden idealerweise nach vorheriger online-Registrierung beim Impfportal BayIMCO (https://impfzentrum.bayern.citizenexterner Link) – schnell und unbürokratisch ihre Erst-, Zweit- oder Drittimpfung erhalten können. Erforderlich ist dabei stets die Einhaltung der vorgegebenen Zeiten zwischen dem Erhalt der einzelnen Impfdosen, die auf der Internetseite des Landratsamtes im Einzelnen nachgelesen werden können.

In der vergangenen Woche wurden im Impfzentrum vor Ort im Schnitt 85 Menschen pro Tag geimpft, seit Freitag stieg die Zahl bereits stark an auf 120 bis 140 Impfungen pro Tag. Ziel ist es, bis zu 500 Impfdosen täglich zu verabreichen. Geimpft wird ab nächster Woche daher auch vermehrt durch mobile Teams an Standorten im gesamten Landkreis. Die Termine hierfür werden in Kürze bekannt gegeben.

Die Aufgabe, die Impfquote weiter voranzutreiben, sieht Sitter nicht primär bei den Hausärzten, sondern beim Impfzentrum des Landkreises: „Aus Gesprächen mit Hausärzten weiß ich, dass die Kapazitäten in ihren Praxen für Impfungen gegen COVID-19 begrenzt sind.“ Sie seien neben der üblichen Patientenversorgung auch dafür zuständig, ihre Patientinnen und Patienten mit Symptomen, die auf eine Corona-Erkrankung hinweisen, zu testen. Dies macht sich in der aktuellen Erkältungszeit deutlich bemerkbar.

Die Bestellungen der Impfdosen wurden bereits aufgestockt, um auf die aktuell steigende Nachfrage zu reagieren. „Es ist begrüßenswert, dass sich noch mehr Menschen impfen lassen möchten“, so die Landrätin, die in ihrer Funktion auch Leiterin des Koordinierungsteams und des Katastrophenschutzes in Main-Spessart ist. Der rasante Anstieg an Impfwilligen führte in den vergangenen Tagen dazu, dass die Termin-Hotline des Impfzentrums zeitweise überlastet war. Die Verantwortlichen des Impfzentrums bitten um Verständnis, dass sich Wartezeiten nicht immer vermeiden ließen.

Es gibt drei Möglichkeiten für die Bürger Termine für Impfungen im Impfzentrum zu buchen: Zunächst über das Online-Buchungssystem über die Internetseite https://impfzentrummsp. de/Terminvergabeexterner Link. Hier ist darauf hinzuweisen, dass die Termine im Impfzentrum über den Tag verteilt immer neu freigegeben werden, abhängig von unterschiedlichen Faktoren wie beispielsweise der Auslastung, Impfstoffverfügbarkeit vor Ort, geltenden Abstandsregelungen etc. Es ist daher ratsam sich mehrmals täglich über freie Termine zu informieren, sollte nicht sofort ein individuell passender dabei sein. Terminanfragen können auch jederzeit telefonisch über die Impfhotline, Tel.: 0 93 53 / 793-15 55, oder per E-Mail info@impfzentrum-msp.de erfolgen.

Teststrategie des Landkreises
Auch wenn der Zutritt zu Innenräumen für nicht geimpfte bzw. genesene Personen weitestgehend nur mit einem PCR-Test möglich ist, sind Bürgertests weiterhin nur für bestimmte Personenkreise kostenlos. Die Gründe für kostenfreie Tests werden auf der Internetseite des Landkreis Main-Spessart angeführt: www.mainspessart.de/aktuelles/corona/testen. In aller Regel müssen PCR- und Antigenschnelltests weiterhin selbst bezahlt werden. Eine Übersicht, bei welchen Stellen man sich im Landkreis Main-Spessart testen lassen kann, finden sich ebenfalls auf der Internetseite. Die Testzentren, die der Landkreis Main-Spessart in Marktheidenfeld und Gemünden betreibt, führen ausschließlich kostenfreie Tests für Anspruchsberechtigte durch.

Das Testzentrum am Schnellertor in Karlstadt, das sowohl PCR als auch Antigenschnelltests anbietet, weist darauf hin, dass Kundinnen und Kunden sich vorab online registrieren und einen Termin buchen müssen.