Infektionsgeschehen weiterhin diffus

19.03.2021
Die Zahl der Infizierten hatte sich am Dienstag innerhalb von einer Woche fast verdoppelt. Derzeit befinden sich auch mehr als doppelt so viele Personen in Quarantäne als noch eine Woche zuvor. Die Inzidenz für Main-Spessart war zwischenzeitlich von 66 (Stand:9.März) auf 134 (Stand: 16. März) gestiegen. Heute liegt sie bei laut LGL bei 130 und damit deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt.  

Am meisten Sorgen bereiten dem Gesundheitsamt derzeit die Kindertageseinrichtungen. In neun Kitas gibt es derzeit positive Fälle, verteilt über den ganzen Landkreis. Aber auch sechs Schulen sind betroffen. Auch in Betrieben des Landkreises waren vermehrt Fälle aufgetreten.  Kindergartenkinder, Schüler, Schul- und Kita-Personal und Mitarbeiter aus den Betrieben tragen das Virus in ihre Familien. Genauso lassen sich natürlich auch umgekehrte Infektionswege feststellen. Das Virus bewegt sich nicht in einer „Einbahnstraße“.  Das Geschehen ist nach wie vor diffus und eine ganz wesentliche Rolle spielt dabei auch, wie sich die Menschen im privaten Bereich verhalten. „Wir müssen uns alle immer so verhalten, als ob unser Gegenüber positiv wäre“, verdeutlicht Dr. Nicole Eberbach, Leiterin des Staatlichen Gesundheitsamts Main-Spessart. Jeder Einzelne könne mit der konsequenten Einhaltung der AHA-Regeln und der Reduzierung persönlicher Kontakte seinen Beitrag zu weniger Infektionen leisten. Dann gäbe es auch eine deutlich größere Wahrscheinlichkeit, dass die Geschäfte schneller wieder öffnen dürfen. Denn aufgrund der an drei aufeinanderfolgenden Tagen gestiegenen 7-Tages-Inzidenz über 100 musste der Einzelhandel in Main-Spessart seit Dienstag wieder auf das so genannte „Click & Collect“ umstellen. Waren dürfen nur noch nach Vorbestellung abgeholt werden. 

Testungen werden sehr gut angenommen - Neues Testzentrum des Landkreises in Gemünden 
Sehr gut werden derzeit die Testmöglichkeiten im Landkreis angenommen. Sowohl unser Testzentrum in Marktheidenfeld als auch das zusätzliche Angebot der mobilen Testteams in Karlstadt, Gemünden und Lohr für Schulpersonal, Abschlussklassen und Schulbusfahrer werden sehr stark nachgefragt. Dort werden ausschließlich PCR-Tests abgestrichen. Auch viele niedergelassenen Ärzte bieten dieses Tests an. Anmeldungen für das Testzentrum in Marktheidenfeld sind sowohl online unter www.termin.klinikum-msp.deexterner Link als auch telefonisch von Montag bis Freitag 8.30 Uhr bis 15 Uhr unter 0 93 91 / 502 – 22 20 möglich. Sollte online kein Termin mehr verfügbar sein, lohnt es sich in jedem Fall telefonisch nachzufragen, da sich kurzfristig freie Kapazitäten ergeben können. Das Testzentrum selbst ist von Montag bis Freitag geöffnet, Samstag, Sonntag und an Feiertagen geschlossen. 

Darüber hinaus werden nun auch die Schnelltestangebote im Landkreis nach und nach ausgebaut. Die überwiegende Anzahl der Hausärzte bietet hier seit vergangener Woche schon kostenlose Schnelltests für ihre Patienten an. Drei Apotheken im Landkreis (Marien-Apotheke in Lohr, Mohren-Apotheke in Karlstadt, Stadtapotheke in Gemünden) halten inzwischen ebenfalls das kostenlose Angebot vor. Hinzu gekommen ist in dieser Woche das temporäre Schnelltestzentrum der Stadt Lohr in der Alten Turnhalle.  Und auch seitens des Landratsamtes ist ein weiteres Testzentrum in der Scherenberghalle in Gemünden in Planung, das in der kommenden Woche eröffnet werden soll. Hier können neben PCR-Tests dann auch Schnelltests abgenommen werden.  Nähere Einzelheiten hierzu werden wir noch bekanntgeben.  
In allen Fällen ist das Testangebot für die Bürgerinnen und Bürger in Bayern weiterhin kostenlos. 

Schnell- und Selbsttests für Schulen und Kitas 
Und auch Schulen und Kitas wurden vom Landkreis bereits vorletzte Woche mit rund 25.000 Schnelltests versorgt, um ihr Personal testen zu können. Zudem erhielten sowohl Schulen und Kindertageseinrichtungen als auch Busunternehmen kostenlose Schulungen im Umgang mit den Tests durch das BRK. „Die Bereitschaft hier mitzumachen, ist sehr groß. Viele Schulungen waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht“, weiß BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Schlott.  

Anfang dieser Woche wurden dem Landratsamt nun die von der Staatsregierung angekündigten Antigen-Selbsttests geliefert. Diese werden den Schülern der Abschlussklassen, dem Schulpersonal und dem Kitapersonal noch in dieser Woche zur Verfügung gestellt. Insgesamt werden vorerst ca. 26.000 Laientests an diese Einrichtungen verteilt. Durch das erste Kontingent soll die verbleibende Zeit bis zu den Osterferien zur schrittweisen Einführung der Selbsttests im Schul- und Kitabetrieb genutzt werden, sodass nach den Osterferien insbesondere bei den Schülern die Durchführung der Selbsttests im Unterrichtsalltag fest integriert werden kann. 

Stand Impfungen 
Bislang wurden im Landkreis 15.363 Impfungen (Stand:17.März) vorgenommen, davon 10.689 Erst- und 4.674 Zweitimpfungen. Der in dieser Woche vorerst verhängte Impfstopp für den Impfstoff von AstraZeneca seitens der Bundesregierung wird auch in unserem Impfzentrum zu deutlichen Verzögerungen führen. Unser Ziel, allen über 80-Jährigen noch vor Ostern ein Impfangebot machen zu können, wird damit nicht zu halten sein. Die Impfungen mit den Impfstoffen von BioNTech und Moderna laufen unabhängig davon weiter.