Impftermine werden zugewiesen

04.02.2021
Nachdem bei unserem Impfzentrum immer wieder Fragen eingehen, nach welcher Reihenfolge die Termine vergeben werden, weisen wir darauf hin, dass wir auf die Terminvergabe aktuell keinerlei Einfluss haben. „Wir sind verpflichtet, bei der Terminvergabe das Softwareprogramm der Bayerischen Staatsregierung zu nutzen und können hier leider nichts steuern“, erläutert Landrätin Sabine Sitter. „Auch für uns läuft das nicht zufriedenstellend und wir haben bereits an der zuständigen Stelle des Bayerischen Gesundheitsministeriums eindringlich gefordert, hier schnellstmöglich nachzubessern.“

Die Mitarbeiter des Impfzentrums wussten bis gestern nicht einmal, welcher Impfberechtigte über das „Impfportal Bayern“ einen Termin zugewiesen bekam. Diese Informationen liegen inzwischen vor. Nach wie vor unbekannt ist indes, wie Vorerkrankungen die Terminvergabe beeinflussen. Gerade das aber ist eine Frage, die derzeit viele Bürgerinnen und Bürger umtreibt. Denn nach dem Aufruf an alle Personen über 80-Jahren, dass sie sich für eine Impfung registrieren können, ist nach wie vor unklar, wie die Impfreihenfolge innerhalb dieser Priorisierungsgruppe erfolgt. Eine Frage, die umso dringlicher erscheint, da nach wie vor viel zu wenig Impfstoff verfügbar ist, um alle Impfwilligen zu versorgen. In dieser Woche werden gerade einmal 350 Impfdosen in den Landkreis geliefert, wobei ein Teil davon für die notwendigen Zweitimpfungen zur Verfügung gestellt werden muss. Dabei könnten derzeit am Impfzentrum allein täglich rund 300 Personen geimpft werden. Die Infrastruktur in der Lohrer Spessarttorhalle dafür steht seit Mitte Dezember bereit.

Während es innerhalb der Priorisierungsgruppen noch Unklarheiten über die Reihenfolge gibt, steht die grundsätzliche Reihenfolge der priorisierten Gruppen fest. Diese wurde in der Coronavirus-Impfverordnung des Bundes verbindlich festgelegt, die wiederum auf den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) basiert.

Durch die Einteilung der Impfwilligen in Priorisierungsgruppen soll sichergestellt werden, dass der vorrangig zu impfende Personenkreis die Schutzimpfung schneller erhält. Aktuell sind dies die über 80-Jährigen. Aber auch Bewohner und Personal von Pflegeheimen, Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten, Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst fallen aktuell in die erste Priorisierungsgruppe. Eine Änderung der Coronavirus-Impfverordnung durch das Bundesgesundheitsministerium, mit der auch der Personenkreis mit höchster Priorität erweitert werden soll, ist derzeit allerdings in Planung.

Die Terminvergabe innerhalb der jeweiligen Priorisierungsgruppe erfolgt über das Einladungsmanagement des Softwareprogrammes des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Dieses wählt die Personen aus der Personengruppe mit höchster Priorität nach einem Algorithmus aus und versendet danach die Einladungen. Nähere Einzelheiten zur Funktionsweise des Algorithmus liegen uns nicht vor. „Damit können wir auch keinen Einfluss darauf nehmen, dass z.B. Ehepaare einen gemeinsamen Impftermin erhalten. Andererseits stellt dieses Auswahlverfahren sicher, dass hier rein nach objektiven Kriterien ausgewählt wird und es zu keiner Bevorzugung bestimmter Personen kommt“, kann der Verwaltungsleiter des Impfzentrums, Andreas Hafenrichter, dem System auch etwas Positives abgewinnen. Man stehe im regen Austausch mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium, um zur Verbesserung des Systems beizutragen.

Am Impfzentrum müssen eingeladene Personen einen Nachweis für ihre Priorisierung vorlegen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Impfwilligen die notwendigen Kriterien erfüllen. Bei falschen Angaben (z.B. zur beruflichen Tätigkeit) kann keine Impfung erfolgen. Bei über 80-Jährigen genügt ein gültiger Personalausweis oder Reisepass.

Inzwischen wurden (Stand: 01. Februar) 2834 Impfungen (Erst- und Zweitimpfungen) vorgenommen. Knapp 50 Prozent der Heime sind mit Zweitimpfungen versorgt. Aufgrund der Besonderheiten des Impfstoffes sind derzeit leider keine Impfungen von immobilen, pflegebedürftigen Menschen zu Hause möglich. Wir erarbeiten mit hoher Priorität eine mobile Lösung, um schnellstmöglich eine Impfung der Betroffenen vor Ort zu ermöglichen. Es bestehen jedoch aktuell noch Schwierigkeiten hinsichtlich der Transportfähigkeit, Haltbarkeit, und Kühlung der jeweiligen Impfstoffe.

Für die Anmeldung zur Impfung ist es zwingend erforderlich, sich vorab zu registrieren. Vorrangig sollte dies online unter www.impfzentren.bayernexterner Link erfolgen. Sollte kein Internetzugang zur Verfügung stehen, kann eine Registrierung auch über unsere Hotline unter Tel.: 0 93 53 / 793 – 15 55 (Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 - 14 Uhr) vorgenommen werden. Bitte beachten Sie: Sie müssen sich nur einmal registrieren und werden automatisch kontaktiert, sobald Sie an der Reihe sind. Eine weitere Kontaktaufnahme mit dem Impfzentrum ist nicht erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter www.impfzentrum-msp.deexterner Link.